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Artikel mit Tag ‘Marokko’

Marokkanischer Blogger wegen Majestätsbeleidigung verhaftet

2008-09-18 von Cordula in What's hot, what's not

Im Internet wimmelt es nur so von Blogs, von guten und von weniger guten. Da ist es manchmal verführerisch, sich über die miseraaaaable Qualität eines Artikels aufzuregen. Das Wichtigste vergisst man dabei leicht (wie bei so vielen Dingen im Leben…nein, ich werde jetzt nicht philosophisch. Klammer zu.) – hier in Deutschland dürfen wir im Web veröffentlichen, was wir wollen. Jeder von uns. Niemand schreibt uns vor, was wir zu denken und zu sagen haben. Und das darf bei weitem nicht jeder auf dieser Welt.

Erst letzte Woche wurde in Marokko ein Blogger verhaftet und zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt, weil er in einem satirischen Artikel im Internetmagazin Hespress seinen Monarchen kritisiert hatte. Dabei hat er weder Volksverhetzung betrieben noch zum Sturz des Königshauses aufgefordert. Er hatte lediglich seine Kritik angesichts der Sozialpolitik seines Landes geäußert, die seiner Meinung nach eine „Kultur der Abhängigkeit“ schaffe. Das zählt als Majestätsbeleidigung, und schwups saß er hinter Gittern. Er wurde zwar einstweilen wieder freigelassen, aber die Anklage ist noch nicht aus der Welt.

Zur Verteidigung Marokkos muss man sagen, dass es dort weitaus mehr Blogs gibt als in anderen arabischen Ländern wie z. B. Algerien oder Tunesien, und dass Blogger dort nicht systematisch verfolgt werden.
Und dennoch. Ich will hier nicht behaupten, dass ich ein Experte in marokkanischer Sozialpolitik bin. Aber wenn auch nur ein Mensch verhaftet wird, weil er friedlich seine Meinung äußert, dann verstößt das gegen die Menschenrechte. „Einmal ist keinmal“ ist einfach nur Unsinn. Einmal ist immer einmal, und in vielen Fällen ist es einmal zuviel.



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