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Artikel mit Tag ‘Kultur’

Hier spricht die Chefin: Die Herausforderung des interkulturellen Managements

2008-08-27 von Célina in Hier spricht die Chefin

Die Globalisierung und die rasante Entwicklung der Internets haben ein besonderes Phänomen mit sich gebracht: Wir akzeptieren kulturelle Diversität mehr als je zuvor, und wir nutzen sie. Im Grunde ist es unglaublich, dass wir mit Menschen an verschiedenen Orten der Welt kommunizieren können, und das praktisch in Sekundenschnelle. Auf dem Papier ist also alles in bester Ordnung. Aber wie sieht es damit in Wirklichkeit aus? In Unternehmen zum Beispiel? Oder noch genauer gesagt, im Bereich von BuzzParadise, in der Kommunikation mit Bloggern?

Ich habe in meinem Team mehrere Franzosen, einen Italiener, einen Chinesen, eine Koreanerin, eine Amerikanerin italienischer Abstammung, einen Spanier und einen Franzosen mit japanischem Hintergrund. Meine Kunden sind Spanier, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Deutsche und neuerdings sogar Israelis. Die Blogger, mit denen wir regelmäßig arbeiten, kommen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, der Schweiz, Schweden, Spanien, China, Amerika und Japan. Das macht unsere Arbeitstage sehr intensiv, und dadurch, dass wir uns ständig anpassen müssen, lernen wir viel dazu. Insgesamt kommen wir damit gut zurecht.

Aber nur die betreffende Sprache zu beherrschen reicht nicht aus. Wir merken das immer wieder bei den deutschen Bloggern, mit den wir ganz anders umgehen müssen als z.B. mit den französischen oder spanischen. Die kulturellen Unterschiede zwischen den romanischen Kulturen sind deutlich geringer als zwischen den Nachbarstaaten Deutschland und Frankreich. Ein weiteres Problem ist die Integration der Kollegen, die kein Französisch sprechen, in die täglichen Arbeitsabläufe. Obwohl alle unsere Mitarbeiter mehrsprachig sind ist Französisch doch die Arbeitssprache Nummer Eins. Man stelle sich deshalb nur einmal die Einsamkeit unseres chinesischen Kollegen vor, der sich nur auf Englisch verständigen kann… Manchmal fällt mir erst hinterher auf, dass ich mal wieder eine Email an das ganze Team auf Französisch geschrieben habe, obwohl doch der Chinese und der Italiener nur Englisch verstehen.

Natürlich könnten wir uns darauf einigen, nur noch Englisch als Arbeitssprache zu benutzen. Das würde das Verständnis und die Kommunikation für die beiden erleichtern. Oder man könnte einen Tag in der Woche festlegen, an dem ausschließlich Englisch gesprochen werden darf, oder ihnen zu bestimmten Zeiten beim Französischlernen helfen.

Aber das beantwortet noch immer nicht die Frage, wie man ein solch vielfältiges kulturelles Umfeld managt. Eine Sprache ist nur ein kleiner Teil einer Kultur. Die Art und Weise, wie man etwas sagt oder tut, ist stark kulturabhängig. Und die Angehörigen der jeweils dominanten Kultur hinterfragen ihr eigenes Verhalten kaum: weil die Zeit knapp ist, weil vieles so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass man es gar nicht mehr wahrnimmt, oder einfach aus intellektueller Trägheit.

Die wahre Herausforderung für Unternehmen im 21. Jahrhundert, und ganz besonders für solche wie BuzzParadise, besteht darin, sich diesen kulturellen Unterschieden gegenüber zu öffnen und richtig damit umzugehen. Das betrifft sowohl die Organisation des Arbeitsalltags als auch die Fähigkeit, die besten Eigenschaften aller dieser Kulturen miteinander zu verbinden. Wir alle kennen die Klischees: Amerikaner können toll verkaufen, Deutsche sind sorgfältig und organisiert, Italiener können super kommunizieren, Inder sind Technologieexperten usw. Und dennoch steckt darin ein wahrer Kern. Jede Kultur hat besondere Eigenschaften, und das Unternehmen, das diese zu handhaben und zu verbinden weiß, erarbeitet sich so eine besondere Stärke.

Aus dem Französischen übertragen von Cordula Werle



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