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Archiv der Kategorie ‘Unser Universum’

Wikipedia entzaubert sich und erscheint als Buch

2008-04-25 von Katja in Unser Universum

Seit 2001 erscheint die deutsche Version von Wikipedia im Netz. Die freie Enzyklopädie zeichnet sich dadurch aus, dass jeder User die Artikel ohne technische Vorkenntnisse in seinem Browser ändern kann – überall und zu jeder Zeit. Dies garantiert ein hohes Maß an Aktualität und zudem – so der ursprüngliche Grundsatz der Macher – sind die Inhalte allen Menschen jederzeit verfügbar. Jetzt schnitt sich der Anbieter mit der Ankündigung der Printversion der Enzyklopädie ins eigene Fleisch.

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Das Bertelsmann Lexikon Institut wird im September ein auf der Online-Enzyklopädie basierendes “Wikipedia-Lexikon in einem Band” herausbringen. Das Nachschlagewerk soll etwa 50.000 Stichwörter enthalten und im Buchhandel erhältlich sein. Bertelsmann wittert das große Geschäft und Wikipedia entzaubert sich selbst, indem es den Rückweg einschlägt. Der Traum von der Gleichheit aller Menschen und davon, dass alle kostenlos auf gebündeltes Wissen zurückgreifen können, wird sich wohl niemals erfüllen.

Quelle Bild: ddp


Eward B. Gordon – a painted Weblog

2008-04-08 von Katja in Unser Universum

portraetgordon.jpgEigentlich wollte er ein Jahr lang täglich seine Berliner Alltagsstudien in Öl festhalten und sie dann allabendlich an den Höchstbietenden auf seinem Blog verkaufen. Edward B. Gordon ist der erste Daily Painter in Deutschland. Nach mittlerweile zwei Jahren des täglichen Skizzierens und der nachfolgenden Arbeit an der Leinwand, ist seine Fangemeinde groß. Gerade hat der 41jährige sein 500. Bild verkauft. Bis zu 300 Käufer warten jeden Abend gespannt darauf, dass das neueste Bild auf seiner Homepage erscheint. Die erste Email bekommt den Zuschlag – das Original wechselt dann für 150 Euro den Besitzer.

In New York erfuhr Gordon von Duane Keiser, einem amerikanischen Maler, der seit 2005 täglich ein postkartengroßes Ölbild fertigt - und es anschließend im Internet versteigert. Keiser gilt als Begründer des Daily Painter Movement, dem sich auch Gordon mit Begeisterung anschloss.

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Vier bis fünf Stunden braucht Gordon für die stets 15 mal 15 Zentimeter großen Tagesbilder. Anschließend malt er bis spät in die Nacht an seinen großen Arbeiten. Das Daily Painting empfindet er dabei als Fingerübung für seine Auftragsarbeiten. Viele haben sich bereits von ihm porträtieren lassen, darunter die politische wie kulturelle Elite des Landes. Auch wer noch nicht in diesen Olymp aufgestiegen ist, kann sich von Gordon für die Ewigkeit in Öl bannen lassen oder – viel spannender – sich abends mit Herzklopfen in die Reihe der Kunstsammler einreihen.

Quelle Bilder: Edward B. Gordon


Tagebuch 2.0

2008-04-03 von Katja in Unser Universum

Es gibt sie schon seit Mitte der 1990er Jahre und doch schießen Weblogs weiterhin wie Pilze aus dem Boden. Doch wann fing es genau an, dass persönliche Verschriftlichungen in Form von Tagebucheinträgen die vor fremden Blicken schützenden Buchdeckel verließen und einer breiten Öffentlichkeit im Web zur Schau gestellt wurden? “Privatheit ist keineswegs eine durchgehende Konstante für das Tagebuch, denn schon seit der frühen Neuzeit – und nicht erst zu Zeiten des Webs 2.0 – hat es Tagebücher gegeben, die für andere Leser oder gar auf eine Veröffentlichung hin angelegt sind”, erläutert das Museum für Kommunikation Frankfurt in der Beschreibung seiner Ausstellung “Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog”. Keinesfalls sei es jedoch so, dass der Weblog die traditionelle Form des Tagebuchs abgelöst habe. Die Motivation des Schreibens in beiden Medien ist eine unterschiedliche.

tb-web-text.jpgDer Journalist Stefan Niggemeier, Mitgründer von Bildblog, schrieb über sein Motiv des Bloggens: „Für mich ist es eine Sucht. Ein unstillbarer Hunger nach Aufmerksamkeit. Oder, um es positiver und weniger egozentrisch zu sagen: nach Kommunikation.“ Mit dem Hang nach Exhibitionismus ist das Bloggen also nicht abgetan, sondern vielmehr verbunden mit der Lust nach neuen und außergewöhnlichen Inhalten. Wer Nachrichten vor allen anderen Bloggern aufspürt und eine breite Leserschaft sogleich nach derlei Häppchen gierig schnappt, der wird sicher mit einem Anflug von Stolz, ganz sicher aber befriedigt, auf den Bildschirm gucken und sich insgeheim auf die Schulter klopfen. Nicht alle Blogs jagen den sensationellen Geschichten - und damit dem “schnellen Ruhm” - hinterher.

Die Motivationen und das Spektrum der Schreibenden zeigt das Museum für Kommunikation Frankfurt noch bis zum 14. September in einer großen Ausstellung. Erstmals werden in Deutschland über 300 papierene und digitale Tagebücher aus sechs Jahrhunderten zusammen gezeigt, darunter auch Originale von prominenten Autorinnen und Autoren wie Theodor W. Adorno, Johann Wolfgang Goethe, Franz Kafka, Clara Schumann, Lou Andreas-Salomé oder Rainald Goetz.

Hier geht’s zum Ausstellungsblog.

Bild: Museum für Kommunikation Frankfurt


Die deutsche TV-Landschaft wird weiter zugemüllt…

2008-03-20 von Maja in Unser Universum

Na schön. Das hat uns gerade noch gefehlt! Collien Fernandes als Krankenschwester in der neuen wöchentlich erscheinenden Krankenhaus-Soap ‚Dr. Molly’ auf Sat1. (Drehbeginn April 2008). Es ist nicht zu fassen! Das erste, was einem da in den Sinn kommt, ist doch: Warum ausgerechnet die Fernandes?! Und zweitens: Wer braucht überhaupt eine neue Krankhaus-Soap?!

Auf VIVA kann das Girlie ja brabbeln und quaken wie es will. Ob nun ausgerechnet die Fernandes glaubwürdig eine altruistische und fürsorgliche Krankenpflegerin verkörpern wird, die sich rührend um ihre kranken, einsamen, verletzen und seelisch labilen Mitmenschen sorgt, das sei mal so dahingestellt… (Ihren Spitznamen ‚Sonnenschein’, den Collien in der Serie haben wird, kommentiere ich in diesem Zusammenhang lieber gar nicht erst).

Viel unverständlicher als diese Besetzung ist allerdings die Tatsache, dass es überhaupt eine neue TV-Krankenhaus-Soap geben soll! Wer will die noch sehen?! Ach so, Moment- Sat1 hat sich schon etwas dabei gedacht! Die Idee des Senders hinter dem neuen Format: die Serie soll moderner werden als die frühere Sat.1-Produktion ‘Für alle Fälle Stefanie’. Außerdem ist die Krankenhaus-Handlung weder als Soap noch als Telenovela geplant. Deshalb ist für die Serie mit ‘Medical’ ein eigenes Genre geschaffen.

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Oho! Das klingt aber vielversprechend! Totaler Quatsch. Die Sendungen sind alle gleich. Gleich schlecht.

Früher gab es quasi nur ‚Die Schwarzwaldklinik’ (in den 80ern). Und das reichte eigentlich auch. Später kam dann noch ‚Emergency Room’ hinzu (in den 90ern). Diese Serie war als amerikanische Ergänzung mehr als akzeptabel- allein weil George Clooney mitspielte. Alle weiteren Serien, egal ob es nun ‚Dr. Stefan Frank’, ‚Hallo, Onkel Doc!’, ‚Für alle Fälle Stefanie’, ‚In aller Freundschaft’ oder ‚St. Angela’ war, zeigten letztlich alte Geschichten in neuer Verpackung. Gähn… In Anbetracht dieser Vergangenheit wird sich sicherlich auch ‘Dr. Molly’ in diese Liste einreihen…

Quellen: Bild.de, Welt.de

Foto: Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel


Ein ungewöhnlicher Hörtest

2008-03-20 von Cordula in Unser Universum

hearing-test.jpgHeutzutage kann man fast alles online erledigen. So ziemlich alles, was die Menschen bewegt, ist online mindestens ebenso präsent wie im wirklichen Leben. (Bei manchen Leuten hat man inzwischen sogar den Eindruck, dass sie vor lauter Bildschirm vergessen haben, wie echtes Leben aussieht…)

Das Allerneueste: Websurfen statt Arztbesuch. Das norwegische Rote Kreuz hat eine Minisite veröffentlicht, bei der man sein Gehör testen lassen kann, ganz umsonst und garantiert (fast) ohne Nebenwirkungen. Wer Überraschungen mag sollte bis zum Ende zuhören. Mehr verraten wir jetzt nicht.

Foto: adverblog



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